Bei der Stromversorgung für Kongresstechnik müssen Sie Lastberechnung, Verteilung, Absicherung und Ausfallsicherheit von Anfang an mitdenken. Eine professionelle Stromplanung ist keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass Ton, Licht, Video und Netzwerktechnik während der gesamten Veranstaltung zuverlässig funktionieren. Die folgenden Fragen beantworten die wichtigsten Aspekte, die Eventverantwortliche und technische Veranstaltungsleiter kennen sollten.

Wie viel Strom benötigt eine typische Kongressveranstaltung?

Eine typische Kongressveranstaltung benötigt je nach Größe und Technikausstattung zwischen 20 und mehreren hundert Kilowatt elektrischer Leistung. Maßgeblich sind dabei die eingesetzte Beschallungsanlage, die Beleuchtung, Videoprojektoren oder LED-Wände, Simultantechnik, Netzwerkinfrastruktur und alle weiteren elektrischen Verbraucher auf der Bühne und im Saal.

Für einen mittelgroßen Kongress mit 300 bis 500 Teilnehmern, professioneller Bühnenbeleuchtung, mehreren Projektoren, einem Beschallungssystem und aktiven Netzwerkkomponenten kommen schnell 30 bis 80 Kilowatt zusammen. Bei großen Veranstaltungen mit aufwendiger Lichtshow, LED-Wänden und umfangreicher Simultantechnik kann der Bedarf deutlich höher liegen.

Wichtig ist, dass bei der Planung nicht nur die Nennleistung der einzelnen Geräte addiert wird, sondern auch Anlaufströme, Gleichzeitigkeitsfaktoren und Reservekapazitäten berücksichtigt werden. Ein zu knapp bemessener Stromanschluss ist einer der häufigsten Gründe für technische Probleme bei Veranstaltungen.

Wer ist für die Stromversorgung bei einer Veranstaltung verantwortlich?

Die Verantwortung für die Stromversorgung bei einer Veranstaltung liegt gemeinsam bei der Veranstaltungsstätte, dem technischen Veranstaltungsleiter und dem beauftragten Veranstaltungstechniker. Die Veranstaltungsstätte stellt den Hausanschluss und die vorhandene Elektroinfrastruktur bereit, während der Veranstaltungstechniker für den sicheren Aufbau und Betrieb der Technikverteilung zuständig ist.

In der Praxis bedeutet das: Vor jeder Veranstaltung muss geklärt werden, welche Anschlussleistung die Location tatsächlich zur Verfügung stellt, wo sich die Hauptverteilung befindet und welche Leitungslängen für die Technikverteilung auf der Fläche notwendig sind. Diese Informationen sind Grundlage für die gesamte Stromplanung.

Für Veranstaltungen mit erhöhten Anforderungen, zum Beispiel bei Außenanlagen oder wenn die Hausinfrastruktur nicht ausreicht, muss ein zugelassener Elektrofachbetrieb eingebunden werden. Wer als Auftraggeber eine Veranstaltung plant, sollte diese Frage frühzeitig mit seinem Technikdienstleister klären, damit keine bösen Überraschungen am Veranstaltungstag entstehen.

Was sind die häufigsten Stromprobleme bei Kongressen?

Die häufigsten Stromprobleme bei Kongressen sind Überlastung einzelner Stromkreise, Brummschleifen durch fehlerhafte Erdung, Spannungsschwankungen und unzureichende Absicherung. Diese Probleme entstehen meist dann, wenn die Stromplanung nicht sorgfältig genug auf die tatsächliche Technikausstattung abgestimmt wurde.

In der Praxis treten folgende Probleme besonders häufig auf:

  • Überlastung und Sicherungsausfälle: Zu viele Verbraucher auf einem Stromkreis führen dazu, dass Sicherungen auslösen und die Technik mitten in der Veranstaltung ausfällt.
  • Brummschleifen im Audiosystem: Unterschiedliche Erdpotenziale zwischen Geräten erzeugen ein hörbares Brummen in der Beschallungsanlage. Das lässt sich durch sorgfältige Erdungsplanung und den Einsatz von Trennübertragern vermeiden.
  • Spannungsschwankungen: Wenn viele Verbraucher gleichzeitig anlaufen oder abgeschaltet werden, können kurzzeitige Spannungsabfälle empfindliche Geräte wie Mischpulte oder Netzwerkkomponenten stören.
  • Unzureichende Leitungsquerschnitte: Zu dünne Kabel für lange Leitungswege führen zu Spannungsabfall und damit zu Leistungsverlusten oder instabilem Betrieb.
  • Fehlende Trennung von Licht und Ton: Dimmergesteuerte Lichtanlagen können Störungen in Audiosysteme einstreuen, wenn sie nicht auf getrennten Stromkreisen betrieben werden.

All diese Probleme lassen sich durch eine strukturierte Veranstaltungstechnik-Planung im Vorfeld zuverlässig vermeiden.

Wann ist eine Notstromversorgung bei Kongresstechnik sinnvoll?

Eine Notstromversorgung bei Kongresstechnik ist sinnvoll, wenn ein Stromausfall den Veranstaltungserfolg gefährden würde und keine schnelle Wiederherstellung der Netzversorgung gewährleistet ist. Das gilt insbesondere für Hauptversammlungen, Betriebsversammlungen mit rechtlicher Relevanz, Kongresse mit Live-Streaming und Veranstaltungen an Außenstandorten ohne gesicherte Netzversorgung.

Konkret empfiehlt sich eine Notstromversorgung in folgenden Situationen:

  • Veranstaltungen mit Live-Übertragung oder Streaming, bei denen ein Ausfall unmittelbare Auswirkungen auf externe Teilnehmer hätte
  • Hauptversammlungen und Betriebsversammlungen, bei denen Beschlussfähigkeit und Dokumentation rechtlich abgesichert sein müssen
  • Outdoor-Veranstaltungen oder Locations mit unsicherer Netzversorgung
  • Mehrtägige Kongresse, bei denen ein Ausfall erhebliche Folgekosten verursachen würde
  • Veranstaltungen mit sicherheitsrelevanter Technik wie Notbeleuchtung oder Evakuierungssystemen

Die Notstromversorgung kann über USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung) für kurze Überbrückungszeiten oder über Notstromaggregate für längere Ausfälle realisiert werden. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von der Veranstaltungsdauer, dem Strombedarf und dem Risikoprofil ab.

Wie wird die Stromverteilung auf einer Kongressbühne geplant?

Die Stromverteilung auf einer Kongressbühne wird auf Basis einer Lastberechnung geplant, bei der alle Verbraucher erfasst, Stromkreise definiert und Verteilerschränke so positioniert werden, dass kurze Leitungswege und klare Zuordnungen entstehen. Grundlage ist immer eine vollständige Technikplanung, die alle eingesetzten Geräte und deren Leistungsaufnahme berücksichtigt.

Lastberechnung und Kreisaufteilung

Zunächst werden alle elektrischen Verbraucher mit ihrer Nennleistung und ihrem Anlaufstrom erfasst. Daraus ergibt sich die benötigte Gesamtleistung. Anschließend werden die Verbraucher sinnvoll auf Stromkreise aufgeteilt: Licht und Ton werden grundsätzlich getrennt geführt, dimmbare Lasten erhalten eigene Kreise, und kritische Systeme wie Mischpult, Netzwerktechnik und Mikrofonsysteme werden bevorzugt abgesichert.

Positionierung der Verteiler und Leitungsführung

Verteilerboxen werden möglichst nahe an den Verbrauchern platziert, um Leitungslängen und damit Spannungsabfall zu minimieren. Die Zuleitungen vom Hauptanschluss der Location zu den Stageverteilern müssen ausreichend dimensioniert sein. Alle Leitungen auf der Bühne werden so verlegt, dass sie keine Stolperfallen bilden und gegen mechanische Beschädigung geschützt sind. Für die Stromplanung in der Veranstaltungstechnik gilt: Lieber einen Verteiler mehr einplanen als einen Stromkreis zu überlasten.

Welche Normen und Vorschriften gelten für die Stromversorgung bei Veranstaltungen?

Für die Stromversorgung bei Veranstaltungen gelten in Deutschland vor allem die DIN VDE 0100-718, die Technischen Richtlinien für Veranstaltungstechnik (DGUV Vorschrift 17/18) sowie die Vorgaben der Berufsgenossenschaft und der jeweiligen Landesbauordnungen. Diese Regelwerke legen fest, wie elektrische Anlagen für Veranstaltungen geplant, errichtet und betrieben werden müssen.

Die wichtigsten Anforderungen im Überblick:

  • DIN VDE 0100-718: Regelt elektrische Anlagen für Ausstellungen, Shows und Stände. Sie definiert Anforderungen an Schutzmaßnahmen, Leitungsverlegung, Absicherung und den Einsatz von Stromerzeugungsaggregaten.
  • DGUV Vorschrift 17 und 18: Die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften für Veranstaltungs- und Produktionsstätten regeln unter anderem den Betrieb elektrischer Betriebsmittel und die Prüfpflichten für Geräte und Anlagen.
  • Prüfpflichten für Betriebsmittel: Elektrische Geräte und Leitungen, die in der Veranstaltungstechnik eingesetzt werden, müssen regelmäßig durch eine Elektrofachkraft geprüft und mit gültigem Prüfprotokoll versehen sein.
  • FI-Schutzschalter: In Veranstaltungsumgebungen sind Fehlerstrom-Schutzschalter vorgeschrieben, um Personen vor gefährlichen Körperströmen zu schützen.

Wer als Auftraggeber eine Veranstaltung plant, muss sich nicht in allen Details dieser Vorschriften auskennen. Wichtig ist, einen erfahrenen Technikdienstleister zu beauftragen, der die Einhaltung dieser Normen als selbstverständlichen Teil seiner Arbeit versteht.

So unterstützt ACS Medientechnik bei der Stromplanung für Kongresse

Wir bei ACS Medientechnik übernehmen die Stromplanung als integralen Bestandteil jeder Veranstaltungstechnik-Planung. Mit über 45 Jahren Erfahrung in der Veranstaltungstechnik wissen wir, worauf es ankommt, damit Ihre Veranstaltung ohne technische Unterbrechungen läuft.

Was wir für Sie leisten:

  • Vollständige Lastberechnung auf Basis Ihrer konkreten Technikausstattung
  • Planung der Stromverteilung und Kreisaufteilung für Bühne, Saaltechnik und Simultananlagen
  • Beratung zur Notstromversorgung bei sicherheitskritischen Veranstaltungen
  • Einhaltung aller relevanten Normen und Prüfpflichten nach DIN VDE und DGUV
  • Persönliche Betreuung vor Ort, damit am Veranstaltungstag alles reibungslos läuft

Ob Hauptversammlung, Kongress oder mehrtägige Tagung: Wir empfehlen Ihnen genau die Lösung, die zu Ihrem Veranstaltungsziel, Ihrem Budget und Ihren Sicherheitsanforderungen passt. Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam die technische Grundlage für Ihre nächste Veranstaltung legen. Jetzt Kontakt aufnehmen und unverbindlich beraten lassen.